Unverantwortliches Zeitspiel bei Personalvorgaben

Die Verantwortlichen verzögern. Wir gehen voran

Am 15.03. fand eine Anhörung der Gewerkschaft ver.di zum Thema Personalvorgaben im Krankenhaus statt. Auf dieser Anhörung hat der Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) Herr Baum dargestellt, dass sie sich mit den Krankenkassen (GKV) bis Mitte diesen Jahres nur für ca. 20-30% der bettenführenden Bereiche auf Vorgaben verständigen wollen. Diese sollen dann ab Anfang 2019 gelten. Ob die Vorgaben, die festgelegt werden, überhaupt zu einem Personalzuwachs führen würden, stellte Baum in Frage, weil es ja nur darum ginge, einige Ausreißer nach unten zu verhindern.

Ab wann die von der Koalition angekündigten Untergrenzen für alle Bereiche kommen sollen, ist unklar. Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU unterstützte Baum in diesem Vorgehen.

Es wird jedoch immer fraglicher, ob die geplanten Untergrenzen überhaupt Verbesserungen bringen, wenn man ihre Festlegung der DKG und der GKV überlässt. Die Anhörung hat für uns klargemacht: Wir werden weiter auf Landesebene und durch Unterstützung der Tarifauseinandersetzungen zu dem Thema weiter Druck machen. Alle Parteien, die versprechen, wirklich etwas für die Pflege zu tun, müssen uns dabei unterstützen, auch um weiter Druck zu machen für eine gute bundesweite Regelung.

Wir fordern:
– Personalbemessung, die den realen Pflegebedarf abbildet für alle Bereiche
– ein transparentes und verbindliches Konsequenzenmanagement
– keine Pauschalvergütung von Personalkosten, kein Wettbewerb auf dem Rücken der Patient*innen und Beschäftigten.

Hier die Pressemitteilung von ver.di zu der Anhörung:

https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/mehr-personal/++co++0a4cb70a-2925-11e8-bf06-525400423e78